Klare Zahlen, unangenehme Nachricht

Am 4. Dezember 2025 hat Microsoft bekanntgegeben, dass mehrere Microsoft-365-Pläne ab dem 1. Juli 2026 teurer werden. Es ist die erste Preiserhöhung seit März 2022 — vier Jahre ohne Anpassung, nun kommen mehrere Pläne gleichzeitig dran. Für kleine und mittlere Unternehmen heißt das vor allem eins: Wer seine Lizenzsituation nicht kennt, zahlt bald mehr, ohne mehr zu bekommen. Dieser Beitrag erklärt, was sich tatsächlich ändert, welcher Plan betroffen ist und welcher nicht, wo eine wenig beachtete Kostenfalle lauert — und welche drei konkreten Schritte jetzt helfen.

Auf einen Blick

  • Gültig ab 1. Juli 2026: Microsoft erhöht die Listenpreise für mehrere Business- und Enterprise-Pläne.
  • Business Premium bleibt unverändert bei 22 USD pro Nutzer und Monat — der für viele KMU zentrale Plan ist nicht betroffen.
  • Business Basic und Business Standard steigen um 16 bzw. 12 Prozent — das sind die häufig genutzten Einstiegspläne.
  • Preise in US-Dollar angekündigt: Die Euro-Preise weichen ab und stehen erst kurz vor der Umstellung fest — beim Microsoft-Partner erfragen.
  • Kostenfalle EST: Läuft ein CSP-Abonnement aus, ohne dass aktiv gekündigt wurde, wechselt es automatisch in einen kostenpflichtigen Verlängerungsdienst.

Was Microsoft ändert

Die Preiserhöhung betrifft eine breite Gruppe von Plänen. Microsoft hat die neuen Listenpreise in US-Dollar veröffentlicht; die tatsächlichen Euro-Preise weichen davon ab und werden erst kurz vor der Umstellung final von Microsoft bestätigt. Die folgenden Prozentwerte gelten für die Listenpreisanpassung und können als Orientierung dienen:

Planbisher (USD)neu (USD)Änderung
Microsoft 365 Business Basic6,007,00+16 %
Microsoft 365 Business Standard12,5014,00+12 %
Microsoft 365 Business Premium22,0022,00unverändert
Office 365 E323,0026,00+13 %
Microsoft 365 E336,0039,00+8 %
Office 365 E538,0041,00+8 %
Microsoft 365 E557,0060,00+5 %
Microsoft 365 F12,253,00+33 %
Microsoft 365 F38,0010,00+25 %

Die Erhöhung ist nicht pauschal: Je nach Plan liegt die Anpassung zwischen 5 und 33 Prozent. Besonders die sogenannten Frontline-Pläne F1 und F3 — gedacht für Mitarbeitende ohne festen Büroarbeitsplatz — steigen prozentual am stärksten. Bei den verbreiteten Business-Plänen trifft es Basic und Standard, nicht aber Premium.

Wichtig: Diese Preisrunde ist von der separat angekündigten Copilot-Integration in Business Standard und Premium zu trennen. Hier geht es um die breite Lizenzpreisanpassung für bestehende Pläne, nicht um neue KI-Funktionen.

Was das für kleine Unternehmen bedeutet

Business Premium bleibt stabil — das ist die gute Nachricht. Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist Business Premium der Hauptplan, weil er Sicherheits- und Geräteverwaltungsfunktionen enthält, die in Basic und Standard fehlen. Wer heute Business Premium bucht, sieht beim Listenpreis keine Änderung.

Business Basic und Business Standard steigen. Das betrifft Unternehmen, die bewusst den günstigeren Einstiegsplan gewählt haben oder einzelne Nutzer mit unterschiedlichen Plänen verwalten — etwa Teilzeitkräfte auf Basic und Vollzeitkräfte auf Standard. Hier summiert sich der Anstieg über mehrere Arbeitsplätze (Seats) schnell zu einem spürbaren Betrag.

Entscheidend ist die Anzahl der betroffenen Lizenzen: Wer zehn Mitarbeitende auf Business Basic hat, zahlt nach der Erhöhung statt 60 USD monatlich rund 70 USD — auf das Jahr hochgerechnet 120 USD mehr. Bei dreißig Seats sind es bereits 360 USD jährlich allein für diesen einen Plan. Gerade in einer Phase, in der viele Kosten gleichzeitig steigen, ist das ein Betrag, der eine Prüfung lohnt.

Die Packaging-Änderungen sollen laut Microsofts Ankündigung bereits ab Juni 2026 greifen, die eigentliche Preisanpassung dann ab 1. Juli 2026.

Die stille Kostenfalle bei auslaufenden Abos

Unabhängig von der Preiserhöhung gibt es eine zweite Änderung, die im Tagesgeschäft leicht übersehen wird: Microsoft hat zum 4. Mai 2026 die kostenlose 30-Tage-Nachfrist für nicht verlängerte CSP-Abonnements (sogenannte Cloud Solution Provider-Verträge, über die viele Unternehmen ihre Microsoft-365-Lizenzen beziehen) abgeschafft.

Bis dahin gab es nach Ablauf eine kostenlose Übergangszeit, in der man entscheiden konnte, ob man verlängert oder kündigt. Diese „Grace Period" gibt es nicht mehr. Stattdessen wird ein „Extended Service Term" (EST) eingeführt — ein automatischer Verlängerungsdienst, der etwa 3 Prozent Aufpreis auf den regulären Monatspreis kostet.

Der kritische Punkt: Läuft ein Abonnement aus, ohne dass aktiv und fristgerecht gekündigt wurde, wechselt es per Voreinstellung automatisch in den kostenpflichtigen EST. Es passiert also nicht einfach nichts — es kostet weiter. Betroffen sind Abos, die zwischen dem 1. April 2025 und dem 4. Mai 2026 gekauft oder verlängert wurden und nach dem 4. Mai 2026 auslaufen.

Wer seine Lizenzen nicht aktiv überwacht, bemerkt diesen Aufpreis möglicherweise erst in der nächsten Abrechnung.

Was Sie jetzt tun sollten

Der 1. Juli 2026 ist nah genug, um jetzt mit einem Lizenz-Audit zu beginnen. Drei konkrete Schritte:

  • Bestandsaufnahme: Welche Pläne sind aktuell aktiv, wie viele Seats pro Plan, und welche Nutzer sind welchem Plan zugeordnet?
  • Nutzungsabgleich: Werden alle gebuchten Lizenzen wirklich genutzt? Ungenutzte Seats — etwa von ausgeschiedenen Mitarbeitenden oder selten genutzten Zweitaccounts — kosten Geld, das sich direkt einsparen lässt.
  • Vertragstermine klären: Wann laufen bestehende Abos aus? Jahresbindung über das NCE-Programm (Microsoft New Commerce Experience) bietet oft günstigere Konditionen als monatliche Flexibilität — aber nur, wenn die Laufzeit zum tatsächlichen Bedarf passt. Außerdem verhindert eine rechtzeitige Kündigung oder Verlängerungsentscheidung den automatischen Wechsel in den kostenpflichtigen EST.

Lizenzmanagement ist ein Bereich, in dem sich kleinteilige Pflege auszahlt — und der gerade bei steigenden Grundpreisen mehr Aufmerksamkeit verdient, als er im Alltag gewöhnlich bekommt.

Fazit

Die Preiserhöhung zum 1. Juli 2026 ist kein Grund zur Panik, aber ein sinnvoller Anlass, die eigene Lizenzsituation zu prüfen. Business Premium bleibt stabil, die häufig genutzten Einstiegspläne Basic und Standard steigen. Wer weiß, welche Lizenzen er wirklich braucht, kann gegensteuern — bevor die neue Preisstruktur greift. Und wer seine Abo-Laufzeiten kennt, vermeidet die EST-Kostenfalle.

Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Microsoft-365-Lizenzen auf den tatsächlichen Bedarf abzustimmen, Laufzeiten und Verlängerungstermine im Blick zu behalten und Kosten dort zu vermeiden, wo sie sich vermeiden lassen.