Ein Datum aus Microsofts Liste für 2027

Microsoft führt Übersichten der Produkte, deren Support in einem bestimmten Jahr endet. In der Übersicht für 2027 steht Dynamics NAV 2017, in derselben Zeile wie BizTalk Server 2016 und Visual Studio Team Foundation Server 2017. Das Datum dort: der 11. Januar 2027.

Läuft in Ihrem Betrieb Dynamics NAV 2017, betrifft Sie dieser Termin. Vom 28. September 2026 bis zum 11. Januar 2027 sind es 105 Tage. Das klingt nach reichlich Zeit. Wer aber nachliest, wie Microsoft den Weg von NAV 2017 zu Business Central beschreibt, findet mehrere Schritte, die nacheinander anstehen, und eine Umstellung auf eine andere Programmiersprache.

Dieser Beitrag ordnet ein, was am 11. Januar 2027 wegfällt, welche Wege Microsoft beschreibt und welche Fragen Sie Ihrem Systempartner stellen, bevor über Termine und Budgets entschieden wird. Alle Angaben stammen aus Microsofts eigener Dokumentation, abgerufen am 25. September 2026.

Auf einen Blick

  • Supportende: Laut Microsofts Übersicht der 2027 endenden Produkte endet der Support für Dynamics NAV 2017 am 11. Januar 2027.
  • Was wegfällt: keine neuen Sicherheitsupdates, keine sonstigen Updates, keine kostenlosen oder kostenpflichtigen Supportangebote, keine Aktualisierung der Online-Dokumentation.
  • Kein direkter Weg: Von NAV 2017 zur Version 28 von Business Central on-premises führt der Weg laut Microsoft über zwei Zwischenversionen. Die Anwendung muss dabei von C/AL nach AL (bisherige bzw. neue Programmiersprache für Anpassungen) umgestellt werden.
  • Cloud nur über einen Umweg: Business Central online erreichen Sie aus NAV nur über Business Central on-premises.
  • Offen: Kosten und Dauer eines Umstiegs nennen die hier ausgewerteten Microsoft-Seiten nicht. Beides klären Sie mit Ihrem Systempartner.

Was am 11. Januar 2027 endet

Dynamics NAV 2017 folgt Microsofts Fixed Lifecycle Policy, einer Lebenszyklus-Richtlinie mit festen Terminen. Die Produktseite nennt drei davon: den Start im Oktober 2016, das Ende des sogenannten Mainstream-Supports und das Ende des erweiterten Supports. Die erste Phase ist seit Januar 2022 vorbei. Am 11. Januar 2027 endet auch die zweite.

Was das bedeutet, schreibt Microsoft in der Übersicht der 2027 endenden Produkte selbst. Nach dem Supportende gibt es:

  • keine neuen Sicherheitsupdates,
  • keine sonstigen Updates,
  • keine kostenlosen oder kostenpflichtigen Supportangebote,
  • keine Aktualisierung der technischen Online-Dokumentation.

Im Original lautet der Satz:

Der erste Punkt wiegt am schwersten. Werden in NAV 2017 nach dem 11. Januar 2027 Sicherheitslücken bekannt, liefert Microsoft dafür keine Updates mehr.

Zur Einordnung die beiden Nachbarversionen, ebenfalls laut Microsoft:

NAV-VersionStand laut Microsoft
Dynamics NAV 2016bereits seit dem 14. April 2026 ohne Support
Dynamics NAV 2017Support endet am 11. Januar 2027
Dynamics NAV 2018Support bis 11. Januar 2028

Für andere NAV-Versionen enthält dieser Beitrag keine Termine. Läuft bei Ihnen eine andere Version, lassen Sie sich das Datum von Ihrem Systempartner bestätigen.

Die Wege, die Microsoft beschreibt

Microsoft beschreibt zwei Ziele: Business Central on-premises, also selbst betrieben auf eigenen Servern, und Business Central online, die Cloud-Variante. Alle beschriebenen Wege beginnen mit demselben Schritt, dem Upgrade auf Business Central Spring 2019 (Version 14).

Upgrade auf Business Central on-premises

Für NAV 2015 bis 2018 nennt Microsofts Seite zu den Upgrade-Pfaden diese Reihenfolge bis zur Zielversion 2026 release wave 1 (Stand der Microsoft-Seite: Mai 2026):

  1. Business Central Spring 2019 (Version 14)
  2. Business Central 2024 release wave 2 (Version 25)
  3. Business Central 2026 release wave 1 (Version 28)

Einen direkten Sprung von NAV 2017 auf Version 28 gibt es also nicht. Version 14 ist dabei nur Durchgangsstation. Microsoft schreibt, dass neue Kunden Version 14 nicht produktiv nutzen können, sondern nur als Weg zur neuesten Version. Nach dem Seitenstand vom Mai 2026 können neuere Zielversionen hinzukommen. Maßgeblich ist, was die Seite zum Zeitpunkt Ihrer Planung nennt.

Dazu kommt eine Bedingung, die Microsoft ausdrücklich nennt: Dieser Weg verlangt, die Anwendung von C/AL nach AL umzustellen. C/AL ist die bisherige Programmiersprache, in der Anpassungen an NAV geschrieben wurden. AL ist die Sprache, in der Anpassungen für Business Central als sogenannte Erweiterungen entstehen. Microsoft spricht dabei vom Umstellen, nicht vom Neuschreiben. Was das für Ihre Anpassungen im Einzelnen heißt, kann nur beurteilen, wer Ihr System kennt.

Auch Business Central on-premises hat Enddaten

Mit dem Wechsel auf Business Central on-premises sind die Termine nicht vom Tisch. Microsoft unterstützt die Software laut seiner Lebenszyklus-Richtlinie nur, solange der Kunde die installierte Version nach dieser Richtlinie auf Stand hält. Version 26.x endet laut Microsofts Übersicht für 2026 am 13. Oktober 2026. Für Version 27.x nennt Microsofts Lifecycle-Tabelle den April 2027, für Version 28.x den Oktober 2027.

Die Enddaten liegen in dieser Tabelle jeweils rund ein halbes Jahr auseinander. Wer on-premises bleibt, braucht deshalb einen Plan für wiederkehrende Updates, nicht nur für den einen Umstieg.

Umzug in die Cloud: Business Central online

Direkt aus NAV in die Cloud geht es nicht. Microsoft schreibt in der Anleitung zur Migration von NAV und den verwandten Seiten: Wer eine NAV-Version nutzt, muss zuerst auf Business Central on-premises upgraden und kann danach zu Business Central online wechseln. Für NAV 2015 bis 2018 lautet die Route:

  1. Business Central Version 14 on-premises
  2. Business Central on-premises, Version 25 oder neuer
  3. Business Central online

Für den Schritt in die Cloud unterscheidet Microsoft zwei Varianten. Beide beginnen mit dem Upgrade auf Version 14.

  • Vollständige Migration: Alle Daten und Anpassungen gehen mit. Dafür müssen die C/AL-Anpassungen in AL-Erweiterungen umgewandelt werden, und das System muss auf die neueste Version gebracht werden. Microsoft hält fest, dass Daten aus Tabellen mit Code-Anpassungen ohne diese Umstellung nicht übernommen werden können.
  • Neuaufsetzen (bei Microsoft „Reimplementation“): Nur die wesentlichen Geschäftsdaten wie Stammdaten, Salden und Einrichtung ziehen um. Alte Anpassungen bleiben zurück. Bei den historischen Buchungen ist Microsofts Dokumentation nicht eindeutig: An einer Stelle nennt sie einen Teil der gebuchten Historie als Bestandteil dieses Wegs, an anderer Stelle heißt es, historische Transaktionen würden nicht übernommen.

Für die Cloud-Migration gibt es eine technische Voraussetzung. Die on-premises-Installation muss SQL Server 2016 oder neuer nutzen, und die Datenbank braucht den Kompatibilitätsgrad 130 oder höher. SQL Server ist die Datenbanksoftware, in der die Daten liegen, der Kompatibilitätsgrad eine Einstellung dieser Datenbank.

Zur Lizenzierung in der Cloud schreibt Microsoft: Business Central Essentials und Premium werden pro Benutzer lizenziert. Preise nennt dieser Beitrag bewusst nicht.

Warum der Umstieg Planung braucht

Wie lange ein Umstieg dauert, sagen die ausgewerteten Microsoft-Seiten nicht, und dieser Beitrag nennt deshalb auch keine Zahl. Aus Microsofts Beschreibung lässt sich aber ablesen, warum man die Sache nicht bis Januar 2027 liegen lassen sollte:

  • Mehrere Schritte nacheinander: Jeder beschriebene Weg führt über Version 14 und danach über mindestens eine weitere Station.
  • Umstellung von C/AL nach AL: Für das Upgrade auf Version 28 muss die Anwendung umgestellt werden, für die vollständige Cloud-Migration die Anpassungen.
  • Probedurchlauf: Für die Cloud-Migration empfiehlt Microsoft, die komplette Migration mindestens einmal in einer Sandbox durchzuspielen, also in einer abgetrennten Testumgebung, bevor das Produktivsystem umgestellt wird.
  • Entscheidungen vorab: On-premises oder online, vollständige Migration oder Neuaufsetzen, welche Anpassungen noch gebraucht werden. Diese Fragen sollten beantwortet sein, bevor die technische Arbeit beginnt.
  • Lokalisierung: Die Migration der Lokalisierung, also der landesspezifischen Anteile der Software, liegt laut Microsoft typischerweise beim Implementierungspartner. Wer ihn wann einbindet, gehört deshalb in die Planung.

Fragen für Ihren Systempartner

Wer Ihr NAV betreut, ob ein Systempartner oder Ihre eigene IT, sollte diese Fragen beantworten können. Sie passen in eine E-Mail:

  • Version: Läuft bei uns tatsächlich Dynamics NAV 2017? Welche SQL-Server-Version und welchen Kompatibilitätsgrad nutzt unsere Datenbank?
  • Anpassungen: Welche Anpassungen hat unser System, welche brauchen wir noch, und welche davon müssen von C/AL nach AL umgestellt werden?
  • Weg: Empfehlen Sie Business Central on-premises oder Business Central online, und in der Cloud eine vollständige Migration oder ein Neuaufsetzen? Mit welcher Begründung?
  • Daten: Welche Daten nehmen wir mit, und welche historischen Buchungen gehen dabei konkret mit?
  • Zeitplan: Wann findet der Probedurchlauf in der Testumgebung statt, wann die Umstellung? Ist ein Abschluss vor dem 11. Januar 2027 realistisch, und wenn nicht, wie gehen wir mit den fehlenden Sicherheitsupdates um?
  • Kosten: Welche Kosten entstehen für Umstellung, Probedurchlauf, Datenübernahme und Lizenzen, und wie setzen sie sich zusammen?
  • Lizenzmodell: Wie wird die neue Lösung lizenziert, und was ändert sich gegenüber unserer NAV-Lizenz?
  • Danach: Wer hält das System nach dem Umstieg auf dem Update-Stand, den Microsoft für den Support verlangt?

Eine brauchbare Antwort nennt Schritte und Termine. Bleibt sie allgemein, fragen Sie nach.

Was offen ist

Einiges lässt sich aus Microsofts Dokumentation nicht beantworten. Wir ergänzen es nicht durch Schätzungen:

  • Kosten und Dauer: Zu Projektdauer, Aufwand und Preisen enthalten die ausgewerteten Microsoft-Seiten keine Angaben. Das kann nur beantworten, wer Ihre Installation kennt.
  • Historische Buchungen beim Neuaufsetzen: Microsoft beschreibt den Datenumfang an zwei Stellen unterschiedlich. Was konkret mitgeht, klären Sie mit Ihrem Systempartner vor der Entscheidung.
  • Zielversionen: Die Upgrade-Seite hat den Stand Mai 2026. Kommen neuere Versionen hinzu, gilt der Stand der Seite zum Zeitpunkt Ihrer Planung.
  • Lizenzierung on-premises: Die ausgewerteten Seiten nennen das Lizenzmodell nur für Business Central online. Wie Business Central on-premises lizenziert wird, beantwortet Ihr Systempartner.
  • Andere NAV-Versionen: Termine außer für NAV 2016, 2017 und 2018 enthält dieser Beitrag nicht.

Einordnung

Der 11. Januar 2027 ist kein Grund zur Hektik, aber ein fester Termin. Microsoft beschreibt die Wege genau, und keiner davon besteht aus einem einzelnen Schritt. Es gibt Zwischenversionen, eine Umstellung von C/AL nach AL und für die Cloud einen empfohlenen Probedurchlauf vor der eigentlichen Umstellung. Wer diese Schritte kennt, spricht mit seinem Systempartner über Zeitplan, Datenumfang und Kosten und nicht nur über ein Datum.

Wenn Sie die Fragen an Ihren Systempartner vorbereiten, die Antworten einordnen oder die Abstimmung zwischen den Beteiligten koordinieren lassen möchten, unterstützen wir Sie dabei.