Ein Monat auf der Herstellerseite

Veeam führt auf seiner Website eine öffentliche Lebenszyklusseite. Dort steht für jede Produktversion, wie lange sie gepflegt wird. Für Veeam Backup & Replication 12, erschienen im Februar 2023, lautet der Eintrag in der Spalte „End of Support and Security Fix“: Februar 2027. Beim Veeam Agent for Microsoft Windows 6 (im Folgenden kurz: Agent 6), ebenfalls seit Februar 2023 erhältlich, steht derselbe Monat.

Der Februar zählt dabei noch mit. Veeam schreibt, der angegebene Monat sei der letzte, in dem die jeweilige Leistung erbracht wird. Für Sie heißt das: Sicherheitsupdates gibt es bis einschließlich Februar 2027, ab März 2027 keine mehr.

Dazu kommt ein zweiter Anlass. Am 10.09.2026 hat Veeam den Artikel KB4800 seiner Wissensdatenbank geändert, die Anleitung für den Wechsel von Windows auf die Linux-Appliance des Herstellers. Wer beim Umstieg auf Version 13 auch die Plattform wechseln möchte, muss eine bestimmte Reihenfolge einhalten. Sonst bleibt dieser Weg verschlossen.

Auf einen Blick

  • Veeam Backup & Replication 12 und Veeam Agent for Microsoft Windows 6 erhalten laut Veeam Sicherheitsupdates bis einschließlich Februar 2027.
  • Die Phase regulärer Fehlerkorrekturen ist für beide bereits vorbei: bei Backup & Replication 12 endete sie im November 2025, beim Agent 6 im September 2025.
  • Nachfolger ist bei beiden Version 13. Auch beim Agent heißt der Nachfolger also 13, nicht 7.
  • Wer von Windows auf die Linux-Appliance wechseln will, soll laut Veeam erst nach dem Wechsel auf 13.1 aktualisieren. Als Haltepunkt nennt Veeam 13.0.3.
  • Die Windows-Installation bleibt mit 13.1.1 ein regulärer Weg. Der Plattformwechsel ist eine Option, keine Pflicht.

Was genau endet und was schon vorbei ist

Veeam unterscheidet am Ende eines Produktlebens zwei Stufen. Die erste ist das Ende regulärer Fehlerkorrekturen („End of Fix“). Ab dann liefert Veeam keine weiteren Updates, Patches oder Hotfixes, von Ausnahmen im Einzelfall abgesehen. Die Version gilt aber weiterhin als voll unterstützt, und Sicherheitsupdates kommen in dieser Phase weiter. Diese Stufe ist für beide Produkte bereits erreicht: für Backup & Replication 12 im November 2025, für Agent 6 im September 2025.

Die zweite Stufe ist das Ende von Support und Sicherheitskorrekturen („End of Support and Security Fix“). Veeam beschreibt sie knapp: Die Version wird nicht mehr unterstützt und erhält keine Sicherheitsupdates mehr. Sie gilt ab März 2027.

Zwei Details gehören dazu. Veeam führt auf seiner Lebenszyklusseite nur Version 12 ohne Unterversionen; für 12.1, 12.2 oder 12.3 stehen dort keine eigenen Daten. Version 13 beider Produkte erschien im November 2025; Support und Sicherheitsupdates laufen laut derselben Seite bis November 2028.

Betrifft das Ihren Betrieb?

Zwei Fragen klären das.

  • Backup-Server: Läuft bei Ihnen Veeam Backup & Replication in Version 12? Das ist die zentrale Software, die Sicherungen plant und verwaltet.
  • Einzelne Rechner: Ist auf Servern oder Arbeitsplatz-PCs der Veeam Agent for Microsoft Windows in Version 6 installiert? Den Agent gibt es auch als kostenfreie Ausgabe, die laut Veeam keine Lizenz benötigt. Zählen Sie sie bei der Bestandsaufnahme mit.

Die beiden Produkte hängen zusammen. Laut Veeam (Stand 18.09.2026) ist Agent 6.3.3 (Build 6.3.3.38) in Backup & Replication 12.3.2.4465 enthalten, Agent 13.1.1 (Build 13.1.1.700) in Backup & Replication 13.1.1. Wenn Sie die Versionsfrage nicht aus dem Stand beantworten können, ist die Bestandsaufnahme der erste Schritt.

Warum ein Backup ohne Sicherheitsupdates zum Risiko wird

Eine Datensicherung ist die Rückfallebene für den Ernstfall, etwa wenn Daten verschlüsselt oder gelöscht wurden. Der Backup-Server braucht dafür Zugriff auf die Systeme, die er sichert, und verwahrt Kopien Ihrer Unternehmensdaten. Eine Sicherheitslücke an dieser Stelle trifft also genau das System, auf das Sie sich im Notfall verlassen.

Solange der Hersteller Sicherheitsupdates liefert, lassen sich bekannt gewordene Lücken schließen. Für Backup & Replication 12 und Agent 6 endet das nach Februar 2027. Wird danach eine Lücke bekannt, liefert Veeam für diese Versionen kein Sicherheitsupdate mehr. Wie konkret eine Schwachstelle im Backup-Server werden kann, haben wir im Juni 2026 im Beitrag „Veeam-Lücke: Wenn das Backup zum Ziel wird“ beschrieben.

Der Weg auf Version 13

Welcher Updatepfad gilt, hängt vom installierten Stand ab. Veeam dokumentiert ihn für Windows-Installationen so:

  • Version 12.0, 12.1, 12.2 oder 12.3: zuerst auf 12.3.2 aktualisieren, danach auf Version 13.
  • Version 12.3.1 oder 12.3.2: direkter Schritt auf Version 13 möglich.

Laut Veeam ist das Update auf 13 erst ab Build 12.3.1.1139 möglich, darunter erscheint eine Fehlermeldung. Die Pfade beschreibt Veeam für 13.1; sie gelten laut Veeam ebenso für 13.0.

Zum Stand 18.09.2026 nennt Veeam diese Builds: 13.1.1 als Build 13.1.1.18 vom 13.08.2026, 13.1 als Build 13.1.0.411 vom 29.07.2026. Für Version 12 führt Veeam den Stand 12.3.2 P3, einen Korrekturstand innerhalb von Version 12.3.2, mit Build 12.3.2.4854 vom 09.06.2026.

Planen Sie nach dem Update eine Probe-Wiederherstellung ein. Erst wenn sich eine Sicherung tatsächlich zurückspielen lässt, ist der Umstieg abgeschlossen.

Windows bleiben oder zur Linux-Appliance wechseln?

Veeam bietet an, eine bestehende Windows-Installation auf die Veeam Software Appliance umzustellen, eine Variante auf Linux-Basis. Diesen Wechselweg hat Veeam laut KB4800 nur unter Version 13.0.x getestet und unterstützt. Für 13.1 wurde er nicht geprüft und wird dort auch nicht unterstützt.

Daraus folgt eine Einbahnstraße. Wer umstellen will, soll laut Veeam nicht auf 13.1 aktualisieren, bevor der Wechsel abgeschlossen ist. Sonst, so KB4800 wörtlich, „you will remain on Windows“: Die Installation bleibt dann auf Windows. In einem weiteren Artikel (KB2053) nennt Veeam 13.0.3 als Stand, auf dem man bis zum Abschluss des Wechsels bleiben soll. Build 13.0.3.63 steht dafür weiter auf der Downloadseite für frühere Versionen bereit.

Ein Zurück gibt es nicht. Eine Rückmigration von Linux auf Windows ist laut KB4800 nicht verfügbar und nach Stand der Seite vom 10.09.2026 auch nicht geplant.

Auch die Lizenz spielt eine Rolle. Die Linux-Appliance unterstützt keine sockelbasierten Lizenzen, also Lizenzen, die sich nach den Prozessorsockeln der Server richten, sondern instanzbasierte Lizenzen (Veeam Universal License, VUL). Lizenzen mit Cloud-Connect-Funktion unterstützt sie ebenfalls nicht. Wer sockelbasiert lizenziert ist, sollte sein Lizenzmodell prüfen und mit dem Lizenzgeber klären.

KB4800 nennt außerdem weitere Einschränkungen. Lassen Sie vor dem Wechsel prüfen, ob Ihre Umgebung darunter fällt.

Wichtig für die Entscheidung: Der Wechsel ist eine Option, keine Pflicht. Laut Veeam führt der Updatepfad für Windows-Installationen zur neuesten Version, Stand 18.09.2026 ist das 13.1.1. Wer auf Windows bleibt, aktualisiert auf dem regulären Weg und muss auf die Reihenfolge rund um 13.0.3 keine Rücksicht nehmen.

Was Sie konkret tun können

  • Bestand aufnehmen: Auf welchen Servern und PCs laufen Backup & Replication oder der Agent, und in welcher Version?
  • Plattform entscheiden: Windows behalten oder zur Linux-Appliance wechseln? Diese Frage gehört vor jedes Update auf 13.1.
  • Reihenfolge festlegen: Bei 12.0 bis 12.3 führt der Weg über 12.3.2. Wer auf die Appliance wechselt, geht auf 13.0.3, stellt um und aktualisiert frühestens danach auf 13.1.
  • Lizenz klären: Bei sockelbasierter Lizenz das Lizenzmodell prüfen und mit dem Lizenzgeber klären, bevor der Wechsel ansteht.
  • Zeitplan setzen: Soll die Datensicherung durchgehend Sicherheitsupdates erhalten, muss der Umstieg vor März 2027 abgeschlossen sein. Unsere Empfehlung: deutlich früher planen, damit für Tests und eine Probe-Wiederherstellung Zeit bleibt.
  • Einschränkungen prüfen lassen: Vor einem Plattformwechsel die in KB4800 genannten Einschränkungen gegen Ihre Umgebung abgleichen.

Die Quellen sind öffentlich: die Lebenszyklusseite unter veeam.com/product-lifecycle.html und der Migrationsleitfaden unter veeam.com/kb4800.

Was offen ist

Einiges geben die Quellen nicht her. Wir nennen es ausdrücklich, statt die Lücken zu füllen.

  • Kein Tagesdatum: Veeam nennt nur den Monat Februar 2027, keinen Tag. Wir nennen deshalb auch keinen.
  • Kostenfreie Agent-Ausgabe: Die Lebenszyklusseite unterscheidet nicht nach Ausgaben des Agent. Eine eigene Aussage zur kostenfreien Ausgabe machen wir deshalb nicht; wer sie einsetzt, klärt das mit dem Hersteller.
  • Versionen nach 13.1.1: Über spätere Versionen sagen die ausgewerteten Veeam-Seiten nichts, weder für Windows noch für die Appliance.
  • Lizenzen: Ob und wie sich eine sockelbasierte Lizenz umstellen lässt und was das kostet, geht aus den Quellen nicht hervor. Das gehört in das Gespräch mit dem Lizenzgeber.
  • Einschränkungen im Detail: Die Einschränkungen aus KB4800 geben wir hier nicht einzeln wieder, weil wir ihren Wortlaut nicht vollständig prüfen konnten.
  • Die Seiten ändern sich: KB4800 wurde am 19.02.2026 veröffentlicht und zuletzt am 10.09.2026 geändert. Dieser Beitrag gibt den Stand vom 18.09.2026 wieder.

Wie wir helfen können

Toptronix unterstützt kleine Betriebe dabei, den Bestand an Backup-Software aufzunehmen, den passenden Weg zu Version 13 festzulegen und das Update samt Probe-Wiederherstellung umzusetzen. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Datensicherung steht, sprechen Sie uns an.