In vielen Betrieben steht ein Rechner, den niemand für einen Rechner hält: die Kasse im Verkaufsraum, der Steuer-PC an der Maschine, das Zutrittsterminal an der Tür, die Waage im Lager. Dieses Gerät wurde als Gerät gekauft, nicht als Computer. Welches Betriebssystem darauf läuft, hat der Gerätehersteller entschieden, nicht der Betrieb.

Trägt die Windows-Ausgabe auf einem solchen Gerät die vier Buchstaben LTSC im Namen, handelt es sich um eine Ausgabe mit besonders langem Wartungszeitraum. Davon gibt es zwei, die sich um drei Buchstaben unterscheiden: Windows 10 Enterprise LTSC 2021 und Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021. Ihr Wartungsende liegt fünf Jahre auseinander.

Wer jetzt in Sorge Geräte austauschen lässt, tut das womöglich fünf Jahre zu früh. Der erste Schritt ist deshalb nachsehen, nicht kaufen.

Auf einen Blick

  • Der Support für Windows 10 Enterprise LTSC 2021 endet am 12. Januar 2027. Dieses Datum schreibt Microsoft selbst, auf zwei eigenen Seiten.
  • Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 wechselt am selben Tag in die erweiterte Unterstützung und bekommt dort kostenlose Sicherheitsupdates bis zum 14. Januar 2032.
  • Welche der beiden auf einem Gerät läuft, sehen Sie ohne Administratorrechte in den Systeminformationen.
  • Für Windows 10 Enterprise LTSC 2021 gibt es kostenpflichtige Sicherheitsupdates über den Stichtag hinaus. Für die IoT-Ausgabe gilt dieses Angebot ausdrücklich nicht, und sie braucht es auch nicht.
  • Einen Preis dafür nennt Microsoft öffentlich nicht. Bekannt ist die Struktur des Programms, nicht der Betrag.
  • Zwischen diesem Beitrag vom 8. September 2026 und dem Stichtag liegen gut vier Monate.

Ein Stichtag, zwei Enden

Microsoft führt für jedes Produkt eine Lebenszyklus-Seite mit den Wartungsdaten. Für Windows 10 Enterprise LTSC 2021 hat die Tabelle dort drei Spalten: Beginn der Wartung am 16. November 2021, Ende der Hauptphase im Januar 2027, mehr nicht. Eine Spalte für eine erweiterte Phase gibt es auf dieser Seite nicht.

Die Seite für Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 hat vier Spalten. Beginn und Ende der Hauptphase sind identisch, dahinter steht ein zweites Datum: das Ende der erweiterten Phase am 14. Januar 2032.

Als Tagesdatum nennt Microsoft den 12. Januar 2027. Das steht in der Microsoft-Übersicht der 2027 auslaufenden Produkte, wo Windows 10 Enterprise LTSC 2021 unter den Produkten mit Support-Ende geführt wird und Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 unter den Produkten, die in die erweiterte Unterstützung wechseln. Dasselbe Datum steht in der Microsoft-Anleitung zu den kostenpflichtigen Zusatzupdates. Der 12. Januar 2027 ist ein Patchday, also einer der Tage, an denen Microsoft planmäßig Updates ausliefert.

Die Lebenszyklus-Datenbank schreibt den Ablauf als 13.01.2027, 6:59:59 Uhr Pazifikzeit. Das ist derselbe Moment, nur in der Zeitzone von Redmond notiert. Ein Widerspruch ist das nicht.

Warum die IoT-Ausgabe entspannter dasteht

Erweiterte Unterstützung heißt bei Microsoft: Sicherheitsupdates ohne Zusatzkosten, dazu kostenpflichtig alles, was keine Sicherheitsupdates sind, und kostenpflichtiger Support. Für Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 bedeutet das fünf weitere Jahre Sicherheitsupdates, für die niemand eine Rechnung bekommt.

Auf der Seite zu den kostenpflichtigen Zusatzupdates steht ein Satz, der leicht falsch gelesen wird: Das Angebot für Windows 10 Enterprise LTSC 2021 gilt nicht für Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021. Das klingt nach Ausschluss und nach Nachteil, ist aber das Gegenteil. Die IoT-Ausgabe ist ausgenommen, weil sie das Angebot nicht braucht: Sie bekommt ihre Sicherheitsupdates ohnehin, und zwar umsonst.

So sehen Sie nach, welche Ausgabe läuft

Der einfachste Weg braucht kein Administratorkonto und keine Eingabeaufforderung. Öffnen Sie am Gerät die Einstellungen, dann System, dann Info. Dort steht ein Feld mit der Bezeichnung Edition, und darin steht der Name der Ausgabe ausgeschrieben.

Steht dort Windows 10 IoT Enterprise LTSC, ist es die IoT-Ausgabe, und der 14. Januar 2032 ist Ihr Datum. Steht dort etwas anderes, ist es nicht die IoT-Ausgabe, und dann gilt der 12. Januar 2027.

Wer mehrere Geräte prüfen muss, kann dieselbe Frage per Befehl beantworten lassen. Microsoft dokumentiert dafür drei weitere Wege, die eine Administratorin oder Ihr Dienstleister nutzt:

  • Die Wartungsverwaltung DISM meldet die laufende Ausgabe. Der Wert IoTEnterpriseS steht für die IoT-Ausgabe mit langem Wartungszeitraum.
  • Die Windows-Kommandozeile PowerShell liefert über die Abfrage der Windows-Edition denselben Wert.
  • Die Systemabfrage WMI gibt statt eines Namens eine Nummer aus. 191 steht für die IoT-Ausgabe mit langem Wartungszeitraum, 207 für deren Evaluierungsfassung.

Wichtig ist die Leserichtung: Diese Werte belegen die IoT-Ausgabe. Welchen Wert Windows 10 Enterprise LTSC 2021 an derselben Stelle ausgibt, dokumentiert Microsoft nicht, und wir nennen deshalb keinen. Steht dort einer der genannten Werte, ist es die IoT-Ausgabe, steht dort etwas anderes, ist es sie nicht.

Ein Vorbehalt gehört dazu, und er betrifft ältere Geräte. Microsoft weist darauf hin, dass Windows IoT Enterprise vor der Version 1903 als Windows Enterprise mit besonderen Lizenzschlüsseln verkauft wurde; auf solchen Installationen zeigen die genannten Wege die Werte von Windows Enterprise an. Für die Ausgaben von 2021 greift das nicht. Auf älteren Geräten mit einer LTSC-Fassung von 2019 oder einer LTSB-Fassung von 2016 kann die Anzeige dagegen in die Irre führen.

Wofür die IoT-Ausgabe gedacht ist

Microsoft beschreibt Windows IoT Enterprise als Ausgabe für Geräte mit festem, spezialisiertem Zweck und nennt als Beispiele Geldautomaten, Kassenterminals, industrielle Automatisierung, Medizingeräte und digitale Beschilderung. Umgekehrt heißt es dort, Windows Enterprise, Pro und Home seien für Universalrechner gemacht und für Geräte mit festem Zweck nicht empfohlen.

Daraus lässt sich bequem eine Entwarnung basteln, und genau die halten wir für falsch. Was Microsoft empfiehlt, sagt nichts darüber, was die Gerätehersteller tatsächlich ausgeliefert haben. Eine belastbare Angabe dazu, wie viele Geräte im Feld welche Ausgabe tragen, haben wir nicht gefunden. Nachsehen schlägt vermuten, Gerät für Gerät.

Wenn es Windows 10 Enterprise LTSC 2021 ist

Dann steht bis zum 12. Januar 2027 eine Entscheidung an. Es gibt drei Wege, und keiner davon ist eilig genug, um ihn ohne Angebot zu gehen.

  • Das Gerät ersetzen. Bei einer Kasse oder einem Terminal, das ohnehin am Ende seines Lebens steht, ist das oft die schlichteste Rechnung.
  • Auf die nächste LTSC-Fassung wechseln. Das ist kein Update, sondern ein neues Betriebssystem mit neuer Lizenz. Microsoft empfiehlt in seiner Dokumentation zur IoT-Ausgabe ausdrücklich, vorher beim Gerätehersteller zu klären, ob das Gerät den Wechsel mitmacht. Wir würden diese Frage in beiden Fällen stellen, bevor irgendetwas installiert wird.
  • Die Sicherheitsupdates dazukaufen. Microsoft nennt sie Extended Security Updates, kurz ESU. Sie verlängern die Versorgung des Geräts über den 12. Januar 2027 hinaus.

Was über die Zusatzupdates bekannt ist, und was nicht

Die Anleitung, wie ein Betrieb die Zusatzupdates für Windows 10 Enterprise LTSC 2021 einschaltet, hat Microsoft am 28. August 2026 aktualisiert. Für die Praxis ist daran vor allem eines wichtig: Es ist Handarbeit am Gerät.

Voraussetzung auf dem Gerät sind das Wartungsstapelupdate und das Sicherheitsupdate aus dem Januar 2027 sowie Administratorrechte. Der Lizenzschlüssel wird über die Volumenlizenzierung bezogen und im Microsoft-365-Adminbereich unter Abrechnung, Ihre Produkte, Volumenlizenzierung, Verträge, Produktschlüssel anzeigen abgeholt; das Konto braucht dafür eine der beiden Rollen Product Key Reader oder VL Administrator. Danach muss der Schlüssel auf jedem Gerät einzeln eingespielt und aktiviert werden. Für Geräte ohne Internetzugang beschreibt Microsoft einen Weg über sein Produktaktivierungsportal, was wichtig ist, wenn der Maschinen- oder Kassenrechner keinen Internetzugang hat.

Das ist Arbeit, die jemand tun muss, Gerät für Gerät.

Den Lizenzpreis nennt Microsoft für diesen Fall öffentlich nicht. Die zuständige Seite, im August 2026 aktualisiert, enthält keine einzige Preisangabe. Zahlen, die dazu im Netz kursieren, stammen von einer Microsoft-Seite über ein anderes Programm, nämlich die Zusatzupdates für die normale Windows-10-Ausgabe mit ihrem eigenen, früheren Stichtag. Wir übertragen sie nicht, weil eine übertragene Zahl in einer Budgetplanung schlimmer ist als gar keine.

Bekannt ist dafür die Struktur, und die reicht für die Vorentscheidung. Microsoft schreibt für das Zusatzupdate-Programm zu Windows 10: Es wird jahresweise gekauft, Teilperioden gibt es nicht, die Mindestabnahme liegt bei einer einzigen Lizenz, der Einstieg im zweiten Jahr setzt den Kauf des ersten Jahres voraus, und länger als drei Jahre nach dem Support-Ende ist es nicht zu haben. Für die normalen Windows-10-Ausgaben schreibt Microsoft zudem, dass sich der Preis mit jedem weiteren Jahr verdoppelt.

Für Ihre Planung heißt das: Die Verlängerung ist eine steigende Miete, kein einmaliger Sockelbetrag. An der Stückzahl scheitert es dabei nicht.

Was offen bleibt

Drei Dinge können wir nicht beantworten, und wir sagen das lieber, als sie zu füllen.

  • Der Preis. Er ist öffentlich nicht zu bekommen. Wer wissen will, was die Verlängerung für seine Geräte kostet, bekommt die Zahl nur über ein konkretes Angebot.
  • Der Bezugsweg für kleine Betriebe. Microsoft nennt öffentlich die Volumenlizenzierung. Ob und über welchen Weg Ihr IT-Dienstleister die Lizenz für Sie beschaffen kann, klären Sie mit ihm; belegt ist dazu nichts.
  • Ab wann die Verlängerung bestellbar ist. Microsoft hat dazu einen Beitrag in seinem Blog für IT-Fachleute veröffentlicht. Dessen Text lässt sich beim Abruf nicht laden, die Seite liefert nur die Überschrift. Angaben, die ausschließlich von dort stammen, führen wir nicht als Fakt. Belegt ist der Umstand, dass die Anleitung zum Einschalten am 28. August 2026 aktualisiert wurde; das Programm ist also vorbereitet.

Denselben Befund haben wir an anderer Stelle schon einmal beschrieben, bei Windows Server 2016: Angebot bestellbar, Preis nicht veröffentlicht. Hier ist es nicht anders.

Was jetzt zu tun ist

  • Sehen Sie an jedem Gerät mit langem Wartungszeitraum nach, welche Ausgabe dort steht. Einstellungen, System, Info, Feld Edition.
  • Steht dort die IoT-Ausgabe: Datum notieren, 14. Januar 2032, weiterarbeiten.
  • Steht dort etwas anderes: Die Entscheidung zwischen Ersatz, Wechsel und Zusatzupdates gehört in die Planung für 2026, mit einem Angebot als Grundlage.

Wenn Sie nicht wissen, welche Ausgabe auf Ihren Kassen, Terminals und Maschinenrechnern läuft, sehen wir das mit Ihnen durch und sagen Ihnen, welche Geräte der 12. Januar 2027 betrifft.