Wenn in Ihrem Betrieb noch ein Server mit Windows Server 2016 läuft, steht der 12. Januar 2027 im Kalender. An diesem Tag endet der Support. Microsoft beschreibt selbst, was danach wegfällt: keine Sicherheitsupdates mehr, keine sonstigen Updates, keine Fehlerkorrekturen, kein technischer Support und keine Aktualisierung der Online-Dokumentation. Wer weiterlaufen lassen will, kann die Sicherheitsupdates gesondert dazukaufen – bei Microsoft heißen sie Extended Security Updates, abgekürzt ESU. Käuflich sind sie spätestens seit dem 21. April 2026; an diesem Tag hat Microsoft den eigenen Beitrag genau darum ergänzt.

Damit wird aus einer Ankündigung eine Budgetposition für 2027, und dafür brauchen Sie eine Zahl. Genau an dieser Stelle geht derzeit etwas schief: Im Netz kursieren fertige Preistabellen, die einen Betrag pro Gerät nennen. Diese Zahlen stammen nicht von Microsoft. Microsoft nennt für Windows Server 2016 überhaupt keinen Preis, sondern verweist ausdrücklich weiter – im hauseigenen Windows-IT-Pro-Blog heißt es wörtlich: „Please see the price list or contact your reseller for pricing information."

Dieser Beitrag ist die Fortschreibung von „Windows Server 2016: Support endet im Januar 2027" vom 16. Juli 2026. Dort ging es um den Umstieg. Hier geht es um die kaufmännische Seite – und vor allem um die Frage, wonach eigentlich multipliziert wird, wenn eine Rechnung entsteht.

Auf einen Blick

  • Der Support für Windows Server 2016 endet am 12. Januar 2027.
  • Die kostenpflichtigen Zusatzupdates sind spätestens seit dem 21. April 2026 käuflich; über Ihren IT-Dienstleister – den Weg, über den Ihr Betrieb ohnehin Microsoft-Lizenzen bezieht – seit dem 13. August 2026. Davor führte der Bezug über das Azure-Portal beziehungsweise Azure Arc.
  • Microsoft veröffentlicht keinen Preis und verweist auf Preisliste und Reseller.
  • Die kursierende Staffel „rund 61 US-Dollar, Verdopplung, Vervierfachung, teils pro Gerät" ist keine Microsoft-Angabe, sondern aus älteren Programmen übertragen.
  • Bei der Vorgängergeneration Windows Server 2012/2012 R2 rechnet Microsoft nach physischen Kernen ab, mit einer Untergrenze von 16 Kernen je Maschine. Ob das für 2016 genauso gilt, ist nicht belegt – aber es ist die Frage, die Sie stellen müssen.
  • Nebenstrang für Kassen und Maschinen-PCs: Windows 10 Enterprise LTSB 2016 und Windows 10 IoT Enterprise 2016 LTSB enden bereits am 13. Oktober 2026.
  • Zwischen dem Erscheinen dieses Beitrags am 28. August 2026 und dem Server-Stichtag liegen gut vier Monate.

Was Microsoft sagt – und was nicht

Microsoft hat den Übergang in einem eigenen Beitrag im Windows-IT-Pro-Blog beschrieben, veröffentlicht am 20. Februar 2026 und seither mehrfach ergänzt. Drei Dinge stehen dort schwarz auf weiß.

Erstens der Termin: 12. Januar 2027 für Windows Server 2016. Zweitens, dass es die Zusatzupdates tatsächlich zu kaufen gibt – in einer Anmerkung der Redaktion vom 21. April 2026 heißt es, der Beitrag sei aktualisiert worden, weil die Extended Security Updates nun käuflich seien. Drittens, und für Ihre Planung entscheidend, folgt im selben Satz der Verweis auf Preisliste und Reseller statt einer Zahl.

Bemerkenswert ist das Letzte: Microsoft macht das Angebot bestellbar, ohne den Preis zu veröffentlichen. Eine belastbare Summe bekommen Sie damit nicht vom Hersteller, sondern nur aus einem konkreten Angebot.

Warum die kursierenden Zahlen nicht taugen

In Händler- und Fachbeiträgen steht seit 2026 dieselbe Staffel: rund 61 US-Dollar im ersten Jahr, Verdopplung im zweiten, Vervierfachung im dritten, teils ausdrücklich „pro Gerät". Diese Struktur ist nicht erfunden – sie stammt aus den Zusatzupdate-Programmen für Windows 10 und Windows Server 2012. Für Windows Server 2016 hat Microsoft sie nicht bestätigt. Es handelt sich um die Fortschreibung eines bekannten Musters, nicht um eine Herstellerangabe.

Wir geben solche Zahlen hier bewusst nicht als Kalkulationsgrundlage weiter. Für eine Budgetplanung reicht „trifft vielleicht ungefähr zu" nicht, wenn schon die Bezugsgröße unklar ist – und die ist der eigentliche Hebel.

Die Bezugsgröße entscheidet über die Größenordnung

Ein Prozessorkern ist eine Recheneinheit innerhalb eines Prozessors. Ein Server hat heute selten einen davon, sondern acht, sechzehn oder mehr, bei zwei verbauten Prozessoren entsprechend das Doppelte. Ob eine Rechnung je Server oder je Kern gestellt wird, ist deshalb keine Formalie, sondern der Multiplikator.

Wie das bei der Vorgängergeneration geregelt ist, hat Microsoft dokumentiert – ausdrücklich für Windows Server 2012 und 2012 R2. Dort wird bei Lizenzierung nach physischen Kernen mit einer Untergrenze von 16 physischen Kernen je Maschine gerechnet, und die Lizenzen werden in Paketen zu zwei und zu sechzehn Kernen ausgegeben. Zwei Folgen hat das: Der Multiplikator ist die Kernzahl, nicht die Serverzahl. Und kleine Maschinen zahlen die Untergrenze mit.

Rechnen Sie die Mechanik einmal durch, ohne Preis, nur mit Mengen. Ein Server mit zwei Prozessoren zu je acht Kernen hat sechzehn Kerne. Wird je Gerät gerechnet, steht in der Rechnung die Menge 1. Wird nach dem Muster der Vorgängergeneration gerechnet, steht dort die Menge 16 – bei gleichem Stückpreis das Sechzehnfache. Ein kleiner Server mit nur acht Kernen wird wegen der Untergrenze ebenfalls mit 16 abgerechnet, zahlt also acht Kerne mit, die er gar nicht hat.

Ob genau diese Regel für Windows Server 2016 gilt, ist nicht belegt, und wir behaupten es nicht. Die dokumentierte Kernabrechnung samt Untergrenze bezieht sich in Microsofts eigenem Einleitungssatz auf Windows Server 2012 und 2012 R2 – eine andere Produktgeneration und ein anderer Bezugsweg. Was daraus folgt, ist keine Zahl, sondern eine Frage, die in jedes Angebot gehört: Wird nach Kernen abgerechnet, und wenn ja, ab welcher Mindestmenge?

Der praktische Schluss bleibt derselbe: Wer mit einem Betrag „pro Server" aus einem Fachbeitrag kalkuliert, kann sein Budget nicht um Prozente, sondern um ein Vielfaches verfehlen.

Nebenstrang: Kassen, Waagen und Maschinen-PCs

Derselbe Microsoft-Beitrag nennt einen zweiten, deutlich näheren Termin. Windows 10 Enterprise LTSB 2016 und Windows 10 IoT Enterprise 2016 LTSB verlieren ihren Support am 13. Oktober 2026. Das ist eine Sonderversion von Windows, die bewusst nie Funktionsupdates bekommen hat und deshalb dort eingesetzt wird, wo ein Gerät jahrelang unverändert laufen soll: in Kassensystemen, Waagen, Maschinensteuerungen, Prüfplätzen, Labor- und Praxisgeräten, digitaler Beschilderung.

Zusatzupdates gibt es auch hier – laut einer Redaktionsanmerkung vom 6. April 2026 sind sie für Windows 10 Enterprise 2016 LTSB seit dem 1. April 2026 verfügbar. Der Haken ist ein anderer: Bei solchen Geräten entscheidet in der Regel der Gerätehersteller, welche Windows-Version freigegeben ist, nicht Ihr Betrieb. Diese Auskunft dauert erfahrungsgemäß Wochen. Zwischen dem 28. August 2026 und dem 13. Oktober 2026 liegen rund sechs Wochen – wer erst im Oktober fragt, hat nur noch ein ungepatchtes Gerät im Firmennetz.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Zuerst die Bestandsaufnahme, und zwar in Kernen. Klären Sie, auf welchen Maschinen noch Windows Server 2016 läuft und wie viele Prozessoren mit wie vielen Kernen darin stecken. Bei virtuellen Servern gehört die Frage dazu, ob die Kerne des Wirtsystems oder die zugewiesenen Kerne zählen.
  • Danach ein Angebot einholen, das Einheit und Menge ausweist. Verlangen Sie eine Position, aus der hervorgeht: Wird je Kern gerechnet, ab welcher Mindestmenge, und gilt der Preis für das erste Jahr oder für alle drei? Ein Angebot, das nur eine Endsumme nennt, lässt sich nicht prüfen.
  • Die Alternative gegenrechnen, bevor Sie zusagen. Zusatzupdates sind kein Ersatz für eine Entscheidung, sondern deren Aufschub, mit laufenden Kosten und ohne technischen Support. Ein Wechsel auf eine aktuelle Serverversion oder auf einen gehosteten Server kann günstiger sein, sobald die Kernzahl den Preis treibt.
  • Die Sondergeräte getrennt behandeln. Kassen, Maschinen- und Geräte-PCs stehen selten in der IT-Liste. Fragen Sie beim Gerätehersteller nach, bevor der 13. Oktober 2026 erreicht ist.
  • Nicht bis Dezember 2026 warten. Die längste Wartezeit verursacht erfahrungsgemäß nicht Microsoft, sondern die Rückmeldung Ihres Softwareanbieters.

Fazit

Bestellbar sind die Zusatzupdates, der Stichtag steht auf den 12. Januar 2027, und einen offiziellen Preis gibt es nicht – Microsoft verweist auf Preisliste und Reseller. Was daraus für Ihr Budget folgt, entscheidet eine einzige Angabe: die Einheit, mit der multipliziert wird. Bei der Vorgängergeneration war es der Kern, mit einer Untergrenze von sechzehn je Maschine. Solange Ihnen für Ihre Server nichts Schriftliches vorliegt, ist jede Zahl in Ihrer Planung eine Schätzung – auch die aus einer gut aussehenden Tabelle im Netz.

Wenn Sie nicht sicher sind, wie viele Server mit Windows Server 2016 bei Ihnen laufen und mit wie vielen Kernen, übernehmen wir die Bestandsaufnahme und holen ein Angebot ein, aus dem Einheit und Menge hervorgehen.