Eine Ankündigung, zwei Rechnungen

Am 25. September 2026 hat Microsoft „das neue Copilot“ vorgestellt. Der Beitrag im offiziellen Microsoft-Blog handelt vor allem von drei neuen Bereichen namens Home, Code und Autopilot. Für Ihre Kostenplanung wichtiger ist ein zweiter Text vom selben Tag. In der Microsoft Tech Community beschreibt Microsoft, wie sich das Preismodell für Copilot weiterentwickelt.

Die Kurzfassung: Einen Teil von Copilot bezahlen Sie mit der festen Lizenz je Nutzer. Ein anderer Teil wird nach Verbrauch abgerechnet, und Microsoft kündigt an, ihn zu erweitern. Für einen bestimmten Kaufweg ändert sich außerdem am 2. November 2026 die Grundeinstellung der Abrechnung.

Dieser Beitrag sortiert, was zu welcher Rechnung gehört, wer in Ihrem Betrieb die zweite Rechnung freischaltet und was Sie dazu prüfen sollten. Wie die Verbrauchsabrechnung für Copilot Cowork im Einzelnen funktioniert, steht in unserem Beitrag Copilot Cowork rechnet nach Verbrauch ab. Das wiederholen wir hier nicht.

Home, Code und Autopilot: angekündigt am 25. September 2026

Microsoft beschreibt die drei Bereiche so: Home ist der neue Startpunkt, an dem Chat und Cowork zusammenkommen. Code soll das Bauen eigener Lösungen auch Menschen öffnen, die keine Entwickler sind. Autopilot hieß früher Scout (unser Beitrag dazu) und wird als „digitaler Teamkollege“ beschrieben.

Zum Zeitplan schreibt Microsoft in der Ankündigung vom 25. September 2026, Home und Code sollten „in den kommenden Wochen“ im Frontier-Programm starten, dem Frühzugangsprogramm für neue Copilot-Funktionen. Autopilot solle „Ende des Monats“ auf eine private Vorschau ausgeweitet werden. Ob es dazu gekommen ist, belegen die Quellen dieses Beitrags nicht.

Für Code enthält derselbe Text an anderer Stelle eine abweichende Angabe: Start im Frontier-Programm „Ende des Monats“, breite Verfügbarkeit „in den kommenden Wochen“. Welche der beiden Angaben gilt, lässt Microsoft offen. Gemeinsam ist beiden nur, dass Code zunächst über Frontier kommt. Auch Microsofts Partner Center schreibt am 25. September 2026, das neue Copilot werde über das Frontier-Programm ausgerollt.

Wer Frontier nutzen will, braucht laut Microsofts Programmseite eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz. Eingeschaltet wird Frontier von der Administration im Microsoft 365 Admin Center.

Was mit der Lizenz bezahlt ist

Die feste Nutzerlizenz heißt bei Microsoft „user subscription license“, kurz USL. Sie deckt nach Microsofts Darstellung Copilot im Chat sowie in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams ab. Der Preis-Beitrag nennt das „Everyday AI“, also die alltägliche KI-Nutzung, bezahlt je Nutzer und Monat.

Für alles, was darüber hinausgeht, bleibt die Lizenz die Eintrittskarte. Microsoft schreibt, die Verbrauchsabrechnung baue auf der Lizenz auf, und die Lizenz sei Voraussetzung, um diese Funktionen überhaupt zu nutzen. Die zweite Rechnung ersetzt die erste also nicht. Sie kommt hinzu.

Was nach Verbrauch abgerechnet wird

Die verbrauchsabhängige Abrechnung heißt bei Microsoft „usage-based billing“ (UBB). Verrechnet wird in Copilot Credits. Laut den beiden Texten vom 25. September 2026 laufen darüber Cowork, Code und Autopilot, außerdem neue, lang laufende Agentenfunktionen, neue erweiterte Funktionen in Anwendungen wie SharePoint und bestimmte Spitzenmodelle.

Was davon in der Verwaltung tatsächlich auftaucht, ist eine andere Liste. Microsofts Verwaltungsdokumentation mit Stand 30. September 2026 führt unter Microsoft 365 Copilot sechs Dienste:

  • Cowork (Copilot-Lizenz erforderlich)
  • „Advanced work in SharePoint“ (Copilot-Lizenz erforderlich)
  • „Advanced work in Onedrive“ (Copilot-Lizenz erforderlich)
  • Work IQ API für eigene Anwendungen und Agenten (eine API ist eine Programmierschnittstelle)
  • Copilot Managed Runtime
  • Teams Phone Agent

Code und Autopilot stehen mit diesem Stand nicht auf der Liste. Microsoft schreibt dort, weitere Agenten und Dienste würden mit der Zeit hinzukommen. Einen Termin für Code oder Autopilot nennt die Seite nicht.

Auch in SharePoint und OneDrive gibt es damit Funktionen, die nach Verbrauch abgerechnet werden. Was genau unter „Advanced work“ fällt, erklärt die Liste nicht.

Eine Abgrenzung noch: Einige Angebote, darunter Copilot Studio, beschreibt Microsoft in eigenen Dokumentationen zur Abrechnung nach Verbrauch. Sie laufen nicht über diese Verwaltung.

Ab Werk aus, mit einer Ausnahme

Für Kunden, die Microsoft als Enterprise-Kunden bezeichnet, bleiben die verbrauchsabhängigen Dienste laut Preis-Beitrag aus, bis ein Administrator im Microsoft 365 Admin Center eine Ausgabenrichtlinie anlegt (englisch „spending policy“). Eine Definition, etwa nach Betriebsgröße, enthält der Beitrag nicht.

Die Ausgabenrichtlinie ist dabei der eigentliche Schalter. Laut Microsofts Anleitung zur Verwaltung aktiviert erst sie die Funktionen, die an die Verbrauchsabrechnung gebunden sind, etwa Cowork.

Für Microsoft 365 Copilot Business, das ab dem 2. November 2026 neu über einen Partner (Cloud Solution Provider, CSP) gekauft wird, ist die nutzungsabhängige Abrechnung dagegen voreingestellt. So steht es in Microsofts Partner-Ankündigung vom 16. September 2026. Sie gilt für Neukäufe, einzeln oder im Paket. Pay-as-you-go, also Zahlung nach tatsächlicher Nutzung, ist dann die Standardeinstellung. Die dafür nötige Einrichtung eines Azure-Abonnements ist enthalten, und es gibt eine voreingestellte Monatsgrenze. Wie hoch diese Grenze ist, nennt Microsoft nicht.

Als Funktionen, die damit mit weniger Einrichtungsaufwand erreichbar werden, nennt die Partner-Ankündigung Copilot Cowork, die Work IQ APIs und GitHub Copilot Harness. Den letzten Dienst führt die Verwaltungsdokumentation vom 30. September 2026 nicht unter ihren sechs Diensten.

Voreingestellte Abrechnung heißt allerdings nicht eingeschalteter Dienst. Den Zugang öffnet laut Anleitung zur Verwaltung die Ausgabenrichtlinie. Ob bei einem solchen Neukauf bereits eine Richtlinie angelegt ist, sagt keine der Quellen, die wir gelesen haben.

Wer in Ihrem Mandanten den Zugang öffnet

Ihr Mandant ist Ihr eigener, abgegrenzter Bereich in der Microsoft-Cloud. Die Ausgabenrichtlinie legt dort ein Administrator im Microsoft 365 Admin Center an. Sind Sie das nicht selbst, ist die Frage an Ihren IT-Dienstleister kurz: Gibt es in unserem Mandanten eine Ausgabenrichtlinie für Copilot, und wenn ja, mit welchen Grenzen?

Für Kunden, die über einen Partner kaufen, verweist Microsoft auf eine eigene Fragensammlung für Partner (Partner-FAQ). Die konnten wir nicht einsehen, sie liegt in einem geschützten Partnerbereich. Die Verwaltungsanleitung nennt für diesen Fall einen Prüfpunkt: Die Einstellung, mit der Nutzer verbrauchsabhängige Dienste finden und nutzen können, soll eingeschaltet sein.

Was eine Ausgabenrichtlinie leistet und wo sie nachgibt

Bei der Einrichtung entscheidet die Administration zwischen „Don't limit monthly spending“ und „Limit monthly spending“, also ohne oder mit Monatsgrenze. Dazu kommen:

  • Grenze je Nutzer: Optional lässt sich eine Monatsgrenze für einzelne Nutzer setzen, damit nicht eine Person alle verfügbaren Credits verbraucht.
  • Warnungen: Ab einer festgelegten Schwelle verschickt Microsoft Warn-E-Mails, und zwar täglich, bis der Monatszeitraum neu beginnt oder jemand die Richtlinie anpasst.
  • Wirkung der Grenze: Ist sie erreicht, verlieren die Nutzer für den Rest des Monats den Zugang zu den Agenten und Diensten. Am Monatsersten werden die Credits zurückgesetzt.
  • Reihenfolge der Bezahlquellen: Zuerst kommen vorausbezahlte Kapazitätspakete, dann ein Vorauskaufplan für Copilot Credits, zuletzt Pay-as-you-go.

Eine Grenze ist allerdings keine Mauer. Überschreitet eine laufende Aufgabe die Grenze je Nutzer, darf sie laut Microsoft zu Ende laufen. Der Mehrverbrauch zählt dann nicht gegen die Grenze, wird nach alleinigem Ermessen von Microsoft nicht berechnet und erscheint nicht als verbrauchte Credits in den Kostenübersichten. Für die Auswertung heißt das: Die Übersicht zeigt in solchen Fällen weniger, als tatsächlich gearbeitet wurde.

Ein Schalter wirkt über den Tag der Einrichtung hinaus: „Auto-apply new services“. Er ist bei Ausgabenrichtlinien ab Werk eingeschaltet. Ist er an, kommen neu unterstützte Copilot-Dienste und Agenten automatisch in die Richtlinie. Erweitert Microsoft die Verwaltung wie angekündigt, gehören neue Dienste also ohne Ihr Zutun zur bestehenden Richtlinie. Ob Sie das wollen, sollte jemand bewusst entscheiden, statt es der Voreinstellung zu überlassen.

Was ein Credit kostet

Einen Preis je Copilot Credit für Microsoft 365 nennen die Microsoft-Seiten, die wir für diesen Beitrag am 1. Oktober 2026 gelesen haben, nicht. Die einzige Preisangabe unter den gelesenen Seiten steht in der Power-Platform-Dokumentation. Dort beziffert Microsoft einen Copilot Credit bei nutzungsabhängiger Abrechnung mit 0,01 US-Dollar. Ob derselbe Satz für die Verbrauchsabrechnung in Microsoft 365 gilt, belegen die gelesenen Seiten nicht. Wir rechnen ihn deshalb weder in Euro um noch auf Monatsbeträge hoch.

Was Sie prüfen und festhalten

  • Ohne Copilot-Lizenz: Cowork, „Advanced work“ in SharePoint und OneDrive sowie Frontier setzen laut Microsoft eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz voraus. Wer keine hat und keine kaufen will, kann diese Punkte überspringen. Ob das auch für die übrigen drei Dienste der Verwaltungsliste gilt, sagt Microsoft dort nicht.
  • Ausgabenrichtlinie: Gibt es eine? Wenn ja, mit welcher Monatsgrenze insgesamt und je Nutzer?
  • Auto-apply new services: In jeder Richtlinie bewusst entscheiden, ob neue Dienste automatisch hineinfallen sollen.
  • Warnungen: Festlegen, ab welcher Schwelle gewarnt wird, und klären, wer die E-Mails liest.
  • Neukauf über einen Partner: Wer ab dem 2. November 2026 Microsoft 365 Copilot Business neu über einen Partner kauft, fragt dort, welche Monatsgrenze voreingestellt ist und ob mit dem Kauf eine Ausgabenrichtlinie angelegt wird.
  • Frontier: Wer Home oder Code früh ausprobieren will, braucht die Copilot-Lizenz und die Freischaltung durch die Administration. Klären Sie vorher, ob Frontier in Ihrem Mandanten eingeschaltet ist.
  • Stand festhalten: Notieren Sie mit Datum, welche Richtlinien und Grenzen gesetzt sind. Erweitert Microsoft die Liste der Dienste, wissen Sie, wovon Sie ausgegangen sind.

Was offen ist

Vieles an dieser Umstellung kennen wir nur aus Ankündigungen. Die Lücken im Einzelnen:

  • Zeitplan: Für Home, Code und Autopilot liegt uns mit Stand 1. Oktober 2026 nur Microsofts Ankündigung vom 25. September 2026 vor. Für Code nennt Microsoft darin zwei unterschiedliche Zeitangaben.
  • Voreingestellte Monatsgrenze: Ihre Höhe bei Copilot Business über Partner nennt Microsoft nicht.
  • Zugang nach Neukauf: Ob ab dem 2. November 2026 mit dem Kauf schon eine Ausgabenrichtlinie besteht und Cowork damit sofort nutzbar wäre, sagt keine gelesene Quelle.
  • Geltungsbereich: Die Partner-Ankündigung nennt ausdrücklich nur Neukäufe über Partner.
  • Code und Autopilot in der Verwaltung: Microsoft kündigt beide als verbrauchsabhängig an. Einen Termin für ihre Aufnahme in die Kostenverwaltung nennt Microsoft nicht.
  • Preis je Credit in Microsoft 365: in den für diesen Beitrag am 1. Oktober 2026 gelesenen Microsoft-Seiten nicht genannt. Die Angabe von 0,01 US-Dollar stammt aus der Power-Platform-Dokumentation.
  • Begriff „Enterprise-Kunden“: von Microsoft nicht näher bestimmt.
  • Partner-FAQ: für uns nicht einsehbar.

Ob Cowork und die übrigen verbrauchsabhängigen Dienste für Ihre Abläufe einen Nutzen bringen, klären wir gern in einem kostenlosen Erstgespräch, auch mit dem Ergebnis, dass eine klassische Lösung besser passt.

Stand dieses Beitrags: 1. Oktober 2026. Grundlage sind Microsofts Ankündigung und Preis-Beitrag vom 25. September 2026, die Partner-Ankündigung vom 16. September 2026 und die Verwaltungsdokumentation zur verbrauchsabhängigen Abrechnung mit Stand 30. September 2026.